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23.09.2019, 150 Jahre Fliesen aus Bremen – 150 Jahre Fliesen aus Deutschland Die Norddeutsche Steingut AG feiert Jubiläum

Mit den richtigen Weichenstellungen zur richtigen Zeit, den Erfordernissen des Marktes angepassten Entscheidungen, technischem Know-how und deutschem Design hat sich die Norddeutsche Steingut AG im Laufe ihres 150jährigen Firmenbestehens sowohl im Inland als auch den internationalen Märkten einen Namen gemacht. In diesem Jahr feiert damit einer der ältesten deutschen Fliesenhersteller Jubiläum. Grund genug für einen Rückblick auf eine erfolgreiche Unternehmensgeschichte und eine Gelegenheit, einen Blick in die Zukunft zu werfen.

 

„150 Jahre Norddeutsche Steingut, 150 Jahre Fliesen aus Bremen“

Am 2. Oktober 1869 von Bremer Kaufleuten gegründet, produzierte die Actiengesellschaft Norddeutsche Steingutfabrik zunächst Haushaltsgeschirr, ab 1889 dann auch Wandfliesen. Ab der Jahrhundertwende profitierte dann auch die Fliese von der Industrialisierung. Grohner Fliesen waren bereits damals ein Begriff, heute würde man sagen: eine Marke, die nicht umsonst 1904 auf der Weltausstellung in St. Louis mit der Silbermedaille ausgezeichnet wurde. Auf alten Fotografien ist zu sehen, dass der heutige Stadtteil Vegesack im Bremer Norden vor allem von Gebäuden der Steingut, wie die Bremer ihre Fliesenfabrik nennen, geprägt war. Hier wurde 1910 auch die Bremer Wandfliesenfabrik, das Werk III gebaut, der heutige Sitz des Unternehmens. Insgesamt waren 1.900 Menschen für die Steingut in dieser Zeit tätig. Zwischen 1975 und 1985 veränderte sich die Produktion in Bremen maßgeblich. Die gesamte Fertigung wurde von Tunnelöfen auf moderne Einbrand-/Schnellbrandtechnologie umgestellt. Die Brennzeit reduzierte sich damit von 72 Stunden auf 60 Minuten. Die Steingut war die erste Fabrik in Deutschland, welche die neuen Rollenöfen einsetzte.

 

„Am Standort Deutschland wettbewerbsfähig Fliesen zu produzieren war die Vision“

1997 wurde mit der Inbetriebnahme der Wandfliesenfabrik Kerateam in Leisnig, Sachsen, das nächste große Kapitel in der deutschen Fliesengeschichte aufgeschlagen. Mit modernen Werken auch am Standort Deutschland wettbewerbsfähig Fliesen zu produzieren war die Vision des Managements. In Leisnig verwirklichte man das für Wandfliesen. Gemeinsam mit einem starken Partner, der Steuler-Fliesen GmbH aus Mühlacker, wurde dieses Vorhaben umgesetzt und letztlich eine Erfolgsgeschichte. Was zu Anfang nur die Preisführerschaft in einem Format bedeutete, wuchs zum größten Wandfliesenwerk in Deutschland heran. Die Gründung von NordCeram in Bremerhaven, als 100prozentige Tochter der Norddeutschen Steingut, folgte 2002. Der Erfolg von Kerateam veranlasste den Vorstand auch ein neues Bodenfliesenwerk zu gründen. NordCeram gehört heute zu den großen Herstellern von Feinsteinzeug in Deutschland. Für Kunden bedeutet das inzwischen den Zugriff auf ein sehr breites Formatspektrum von 33 x 33 bis 120 x 120 cm und 2 cm Outdoor-Platten, von nicht eingefärbt bis durchgefärbt und rektifiziert sowie mit Oberflächenveredelungen.

 

„Die Verlässlichkeit im Sortimentsmix und den Umgang miteinander“

Fragt man den Handel, Architekten und Bauherren danach, welche Assoziation sie zur Steingut haben, kommt häufig die Antwort, dass man die Verlässlichkeit im Sortimentsmix und den Umgang miteinander schätzt. Das ist wichtig, denn jedes Unternehmen sieht sich gerne als Designschmiede und behauptet von sich, dass es die beste Qualität liefert. Nahbar zu sein, ein Partner, der auch bei Problemen zu einem steht, sind allerdings Eigenschaften, die nicht alle Hersteller mitbringen. Die Marken und Produkte der Norddeutschen Steingut haben seit langem einen guten Platz gefunden, der weder im Upper Class noch im Billigsegment liegt, sondern einem sehr breiten Kundenklientel gefällt.

 

„Das schließt nicht aus, ein Innovator zu sein – damals wie heute.“

Die Norddeutsche Steingut AG war deshalb der erste deutsche Hersteller, der die Inkjet-Technologie einsetzte und auch eine der ersten zehn Fabriken weltweit, die Fliesen auf einer Continua-Plus Linie produzierte. Auch die ersten Feinsteinzeugfliesen in 2 cm Stärke kommen in Deutschland aus einem Werk der Norddeutsche Steingut AG. Seit 2018 werden auch 6 mm dünne Fliesen in Bremerhaven produziert und in diesen Tagen beschäftigt man sich hier in Bremen mit Ceraclean 2, der nächsten Generation von rutschhemmenden Oberflächen, die dennoch sehr leicht zu reinigen sind. Hier geht es vor allem um nachhaltiges Denken, denn was leicht zu reinigen ist, braucht weniger Reinigungsmittel und verbraucht weniger Wasser.

 

„Im Werk-am-Meer NordCeram dreht sich ohnehin vieles um Nachhaltigkeit.“

Im Bremerhavener Werk-am-Meer NordCeram dreht sich ohnehin vieles um Nachhaltigkeit. Die Abwärme der Öfen wird für andere Anlagen genutzt und während der Produktion verwendetes Wasser wird in einem geschlossenen Kreislauf wieder aufbereitet und zurückgeführt. Das permanente Ausschöpfen aller Optionen für das Einsparen von Strom und Erdgas besteht schon aus eigenem wirtschaftlichem Interesse. Damit ist NordCeram allerdings nicht allein in der Fliesengruppe, denn alle Standorte handeln und arbeiten nach dieser Philosophie.

 

„Der Handel profitiert vom hohen Servicelevel, den die deutschen Hersteller bieten.“

In den letzten Jahren war der Markt von einer rückläufigen Nachfrage an keramischen Wand- und Bodenbelägen geprägt, trotz des deutlichen Wachstums im Outdoorbereich mit 2 cm Fliesen. Die marktnahe Fertigung am Standort Deutschland ist für den Vorstand, auch in Bezug auf den Schutz der Umwelt, aktueller denn je. Der Handel profitiert vom hohen Servicelevel, den die deutschen Hersteller bieten. Eine schnelle Logistik, 24 Stunden Musterversand, gute Erreichbarkeit und Reaktionszeit, flächendeckender Außendienst, zeitnahe Bemusterung der neuen Kollektionen und Verlässlichkeit sind nur einige der Vorteile, die für die Norddeutsche Steingut AG sowie die Steuler Fliesengruppe sprechen. Darauf gilt es jetzt für die Zukunft weiter aufzubauen.

 

Gegründet: 1869

Standorte: 3

Mitarbeiter: 517 (511 in 2017)

Gruppe: Steuler Fliesengruppe

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